
Ich schaue mir nicht jeden Morgen mein Horoskop an. Aber wenn etwas passiert ist, das meinen Alltag beeinflusst, schaue ich, ob das aus den Sternen ersichtlich ist. Das mache ich auch, wenn in der Welt etwas Wichtiges passiert ist. Über die Feiertage ist mir Johann Sebastian Bachs Biographie in die Hände gefallen, da war ich neugierig, ob sein Talent in den Sternen steht. Das tut es. Bach hat vier Planeten im Zeichen der Fische, das ist das Zeichen der Kunst, Musik, Spiritualität und Sensitivität.
2026 ist ein besonderes Jahr. In der chinesischen Astrologie spricht man vom Jahr des Feuerpferdes. Dieses bringt Überraschungen, Innovation, Kraft und Beschleunigung mit sich. Ich habe die Brandkatastrophe von Crans Montana nicht astrologisch geprüft, aber dieses Ereignis passt in die Dynamik dieses Jahres. Es stimmt mich sehr traurig.
Hinzu kommt, dass es im 2026 zu einer Ballung von aussergewöhnlichen Konstellationen kommt. Im Februar kommen Saturn und Neptun im Tierkreis in den Widder und treffen sich in Konjunktion bei 0 Grad. Das ist da, wo der Tierkreis aufhört und wieder beginnt. In der Astrologie nennt man das die kosmische Spalte. Das ist ein mächtiger Vorgang. Im April kommt Uranus für sieben Jahre in die Zwillinge und Pluto ist seit Dezember 2024 im Wassermann. Jupiter wird im Sommer in den Löwen wechseln. Dass so viele Planeten in kurzer Zeit das Zeichen wechseln, prägt unsere Zeit.
Die Kraft des Feuers ergibt sich daraus, dass Saturn und Neptun durch den Widder und Jupiter durch den Löwen wandern. Hinzu kommt die Luftenergie Uranus in den Zwillingen und Pluto im Wassermann. 2025 war eher Wasser geprägt, ein Jahr von vielen Stops and Goes und Ungewissheit. Mit dem Feuer geht es jetzt vorwärts, und zusammen mit der Luft ergibt sich eine Beschleunigung. Es hat alles zwei Seiten, zu viel Dynamik kann zu Unruhe und Überhitzung führen. Dann ist es wichtig, sich zurückzunehmen und nicht übereilt zu entscheiden. 2026 ist ein Jahr der Entscheidungen. Projekte, die vor sich hindümpelten, kann man ab Frühling, wenn die Dynamik richtig in Gang kommt, umsetzen.
Astrologie ist eine Glaubensfrage. Sie ist eine Erfahrungswissenschaft, die sich nicht beweisen lässt. Die Erfahrung zeigt rückwirkend in der Geschichte, dass Ereignisse mit den dazu passenden Konstellationen korrespondieren. Die Astrologie geht davon aus, dass der Mensch Teil des Kosmos ist. Sie basiert auf den zwölf Prinzipien des Tierkreises und auf den Elementen Feuer, Erde, Luft und Wasser. Für das persönliche Horoskop braucht man das Geburtsdatum, die Geburtszeit und den Geburtsort, es gilt lebenslang und zeigt die Grundstruktur des Menschen auf. Die Prinzipien werden von der Mythologie überliefert. Neptun ist der Gott des Wassers, Saturn ist Kronos, der Gott der Zeit, und Merkur ist Hermes, der Götterbote.
Im Februar trifft Saturn, der für Ordnung und Struktur steht, auf Neptun, der für Auflösung steht. Als die beiden Planeten 1989 letztmals zusammenkamen, fiel die Berliner Mauer. Die Sterne zeigen Möglichkeiten und Tendenzen auf. Sie kennen die Details nicht, und das ist gut so. Ich bin bei Gott keine Wahrsagerin. Ich sehe mit als Vermittlerin zwischen Himmel und Erde.
Die Horoskope in den Zeitungen sind pure Unterhaltung, sie haben nichts mit seriöser Astrologie zu tun. Das macht mich ein wenig wütend, wenn ich das jeweils sehe. Die Astrologie wird falsch dargestellt. Für ein Horoskop sind Transite wichtig, das sind die aktuellen Bewegungen der Planeten am Himmel in Bezug auf das Geburtshoroskop. Beispielsweise läuft im ersten Halbjahr 2026 Jupiter durch den Krebs, was diesen Vorteile bringt. Ab Juli profitieren dann die Löwen von Jupiter, da dieser immer eine Verbesserung einer Situation bringt. Saturn dagegen erlegt Prüfungen auf und kann hemmend wirken.
Menschen, in deren Horoskop sich viele Planeten in Feuer- oder Luftzeichen befinden, gehen besser mit den Herausforderungen dieses Jahres um, können sich besser an neue Situationen anpassen. Wasser- und Erdzeichen brauchen mehr Ruhe und Zeit, um sich anzupassen oder Veränderungen zu verdauen. Wenn man weiss, dass die Zeit gerade nicht seinem Charakter entspricht, muss man sich immer wieder bewusst herausnehmen. Die Astrologie ist ein Wegweiser und eine Vorbereitung. Wenn ich am folgenden Tag wandern gehe, schaue ich auch auf der Wetterapp nach, ob ich den Sonnehut oder den Regenschutz einpacken soll. Die Verantwortung bleibt beim Menschen, wir haben alle einen freien Willen.
Als ich vor 30 Jahren nach Biel gekommen bin, habe ich nach einer Trennung, Antworten gesucht. Im Bieler Tagblatt war das Inserat eines Astrologie-Lehrers in Bern. Bis dahin hatte ich mit Astrologie nichts am Hut gehabt, aber ich habe mich spontan angemeldet. Das hat mein Leben verändert. Seither begleitet die Astrologie meinen Alltag, sie ist meine Leidenschaft. Ich bin selbst ein Feuerpferd, ich kenne die Umbrüche, es gab sie immer wieder in meinem Leben. Die Astrologie gab mir immer eine Orientierung, sie trägt mich. Ich versuche meinen Klienten und Klientinnen immer eine Orientierung und einen Fokus zu geben, sie kommen oft in einer Situation zu mir, in der ihnen genau das fehlt. Natürlich ist nicht immer alles positiv, es gibt auch Dinge, die man akzeptieren muss. Aber man sieht im Horoskop, wann diese Phase vorbei ist.
Im Moment sind wir in einem Paradigmenwechsel. Die Systeme werden sich ändern, Pluto im Wassermann deutet darauf hin. Hierarchien werden flacher, die Gemeinschaft wird wichtiger werden. Führungspersönlichkeiten, die bisher die eigene Persönlichkeit und ihren Vorteil in den Vordergrund gestellt haben, werden abgelöst von Führungspersönlichkeiten, die das Gemeinwohl im Visier haben. Aber es hat immer jeder seinen Platz, es macht immer alles Sinn, auch wenn tragisch ist, was passiert. Die alte Welt mit Krieg und Zerstörung liegt im Sterben und verabschiedet sich mit ganz viel Lärm. Das neue Zeitalter kommt mit den geistigen Planeten Uranus, Neptun und Pluto, die sich 2026 und 2027 in einem harmonischen Dreieck bewegen. Deshalb bin ich zuversichtlich. Aber die nahe Zukunft ist sehr herausfordernd. Es ist wichtig, dass man dazu eine gute Haltung hat und sich nicht unterkriegen lässt. Mitfühlen ist gut, mitleiden nicht. Aber langfristig, in den nächsten sechs, sieben Jahren wird es eine gute Zeit.
Wenn ich mich nicht mit Astrologie beschäftige, bin ich sehr gerne draussen in der Natur am See, am Wandern, ich tanze gerne, ich bin ein Bewegungsmensch, und ich lese sehr gerne. Im Moment liegt auf meinem Nachttisch „Das Experiment Hingabe“ von Michael A. Singer. Am Abend verbinde ich mich mit dem ganzen Tag, gehe Situationen durch, die mich berührt haben, reflektiere und bedanke mich beim Leben.

Schreibe einen Kommentar